Obst und Gemüse: Daumen hoch für Misfits!

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Im Grunde unseres Herzens wissen wir es alle: auf die inneren Werte kommt es an. Und als Koch weiß ich außerdem, dass diese Weisheit für die Auswahl von Lebensmitteln ganz besonders gilt. Deshalb widme ich heute all denen meine Aufmerksamkeit, die gerade in der von Konsum geprägten Vorweihnachtszeit im Abseits stehen – den krummen, verwachsenen, fleckigen, matschigen und knolligen Früchten der Natur. Denn die sind oftmals unübertrefflich im Geschmack!

 

 Obst und Gemüse: Daumen hoch für Misfits!

Copyright: ETEPETETE

 

Das Auge isst mit? Sicher! Aber: vieles, was gegessen wird, sieht auf dem Teller ohnehin nicht mehr so aus, wie es aus der Erde oder vom Baum geholt wurde. Deswegen ist es auch ein Unding, dass noch immer rund 80 Kilo Lebensmittel pro Einwohner der Optik wegen weggeworfen werden – und das jedes Jahr! Gut, dass dagegen immer mehr Verbraucher Front machen. So etwas geht gar nicht!

Denn gutes Aussehen spielt gerade bei der richtigen Beurteilung von Obst und Gemüse nur eine untergeordnete Rolle. Leider haben aber wir genau diese Fähigkeit durch das Einkaufen im Supermarkt verlernt – denn hier können wir die Qualität von Lebensmitteln nur anhand ihrer Optik und allenfalls noch am Geruch einschätzen. Schmecken und Fühlen sind aus verständlichen Gründen einfach nicht drin.

Fast matschig is beautiful!

Worauf es aber eigentlich ankommt, ist ein reifes und vollmundiges Aroma, das zu früh geerntetes Obst und Gemüse einfach nicht bieten können. Hier nur ein paar wenige Beispiele für sogenannte „Misfits“, die so wie sie sind, einfach besser schmecken, als die Retorten-Schönheiten aus dem Supermarktregal:

  • Mango – erst weich und mit gelb-orangenen Stellen wirklich ein Hochgenuss
  • Birne – schmeckt erst dann richtig süß, wenn sie weich, ja stellenweise sogar schon etwas matschig ist
  • Sellerie – je kleiner und unansehnlicher, desto intensiver im Geschmack
  • Kohlrabi – je kleiner, desto aromatischer, da nicht künstlich aufgebläht
  • Minis – klein gewachsenes Obst und Gemüse sind oft auf weniger nährstoffreichem Boden gewachsen, haben deshalb eine festere Struktur aber dafür umso mehr Geschmack
  • Verschrumpeltes – Lagerobst sieht runzlig aus weil Wasser daraus verdunstet ist; gleichzeitig aber hat sich Stärke in Zucker umgewandelt, sodass alles süßer schmeckt. Perfekt wenn damit gebacken oder gebraten werden soll!

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Unvergessen auch in diesem Zusammenhang eine Bekannte aus Südfrankreich, die hier beim Einkaufen auf dem Wochenmarkt immer gezielt auf die Suche nach den matschigsten Tomaten ging. Und hätte sie sich nicht energisch dagegen verwehrt, hätte man sie ihr sogar noch geschenkt. Zu ihrer großen Verwunderung.

Denn wenngleich auch eine steigende Zahl an Erzeugern es mittlerweile wagt, Misfits zum Verkauf anzubieten, dann jedoch immer in Verbindung mit einem günstigeren Preis. Die Nachfrage danach wächst jedoch stetig, denn nicht nur wir Profis, sondern auch Hobbyköche wissen mittlerweile die Vorzüge der „Unperfekten“ zu schätzen. Und nicht wenige sind sogar besonders stolz auf das Kartoffelherz oder die Karottengabel, die dann geradezu kunstvoll auf dem Teller in Szene gesetzt wird.

Mein persönliches Fazit lautet folglich: Genuss-Experten sollten eine gewisse Grundskepsis gegenüber allzu perfekten, glattgeleckten Lebensmitteln an den Tag legen. Geschmack ist King! Und für mich und meine Kinder hat es auch einen gewissen Charme, sich die Hidden Champions aus der Warenauslage herauszusuchen – wer die krümmste Gurke findet, hat gewonnen!

 Obst und Gemüse: Daumen hoch für Misfits!

Copyright: ETEPETETE

Inzwischen haben auch die ersten Bauern die Nachfrage nach unperfektem Obst und Gemüse erkannt. Ein schönes Beispiel ist hier zum Beispiel ETEPETETE. Das Unternehmen hat eine Art Auffangbecken für krummes Gemüse geschaffen und greift dabei auf ein Netzwerk an Bio-Bauern zurück. In einer Gemüseretterbox wird aussortiertes Gemüse in Bio-Qualität direkt vom Feld verschickt und frisch geliefert – ganz nach dem Motto „nobody is perfect“!

Wer sich jetzt selbst einmal an den Misfits versuchen und zum Gemüseretter werden möchte, hat dazu auf der AEG Facebook Seite die Möglichkeit: Zusammen mit ETEPETETE verlosen wir eine Box mit saisonalem Gemüse, das auf Grund seiner krummen Form in unseren heimischen Supermärkten so nicht angeboten wird. Alles was ihr dafür tun müsst ist uns in einem Kommentar zu verraten, wie ihr unperfektes Obst und Gemüse in eurer Küche verarbeitet. Hier geht es zum Gewinnspiel. Ich wünsche euch viel Glück!

– Beiträge und Kommentare –

Kommentare

  1. Für mich gibt es kein „unperfektes“ Gemüse. So lange es nicht faulig ist, verwende ich es so, wie jedes andere Lebensmittel auch an meiner Küche.
    Es wird ausgeschnitten, was nicht gut ist und dann weiterverarbeitet. Z. B. in einer Gemüse-Galette.
    Liebe Grüße
    Birgitt

  2. Hallo Birgit,
    das freut uns natürlich sehr, denn nur weil Obst und Gemüse nicht der Norm entspricht, heißt es nicht, dass es inhaltlich nicht lecker ist und Druckstellen sind ja schnell weggeschnitten :). Viele Grüße, dein AEG Team

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