Kulinarische Trends – vom Bauernhof auf den Tisch

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Sind wir einmal ehrlich, was fällt spontan beim Gedanken an Essen in den USA ein?
Fast Food – von Hot Dog über Hamburger in Supersize Form,  Donut und Cookies die einem in den Zuckerschock fallen lassen und Lebensmittel in Super Verpackung, oder Himbeeren in Erdbeergröße.

Natürlich denkt man, dass es da noch diese Ausnahmen gibt New York City als der kulinarische Schmelztegel an der Ostküste und Kalifornien mit dem gesunden veganen und vegetarischen Lebensstil. Dazwischen? Vermutlich nichts.

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Als es mich im Dezember in den Mittleren Westen nach Illinois verschlug, der Bundestaat mit  der Wolkenkratzer Metropole Chicago und dem Beginn der Route 66, hatte ich dieses Bild in meinem Kopf.  Dazu befand ich mich in der Kornkammer der USA, mit riesen Soja- bzw. Maisfeldern.  Einkaufen direkt vom Bauernhof? Kleine Bauernhöfe?  Bestimmt Fehlanzeige.

Bis ich in Champaign zum ersten Mal so richtig von „Farm to Table“ hörte – direkt von dem Bauernhof auf den Tisch oder auf die Speisekarte von Restaurants. Und kaum hat man es einmal aufgeschnappt, sieht man es an jeder Ecke. Entdeckt auf Rückseiten von Speisekarten die aufgelisteten Lieferanten, Gerichte die direkt nach dem Lieferanten benannt wurden oder bei den doch vorhandenen kleinen Bauernhöfen, die stolz auf ihren Webseiten Restaurants auflisten, die direkt bei ihnen einkaufen.

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Im trendigen Restaurant The Big Grove fand sich zwar auch der klassische Burger auf der Karte aber eben auch Quinoasalat mit lokalen Zutaten, wie z.B. den Ziegenprodukten der Prairie Fruit Farm von Wes und Leslie. Einer der Pioniere in der Gegend züchte sie seit 2003 Ziegen und beliefern nicht nur Restaurants in der Region und bis nach Chicago sondern verkaufen auch auf dem Wochenmarkt ihre Produkte an die Bewohner der Nähe. Die Ziegenkäse Schokoladentrüffel mutierten im Dezember rasch zur knappen Ware und waren heiß begehrt.

Und der Trend schwappt so langsam auch nach Europa über. Nach Bio ist es nun auch Regionales und Lokales einkaufen, auf dem Wochenmarkt oder direkt vom Bauernhof.  Aber eben auch Farm to Table.

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In Finnland wurde ich in der kleinen Stadt Porvoo, in der Nähe von Helsinki, fündig. Kai Kallio versucht  in seinem Restaurant „Bistro Sinne“ nicht nur den Saisonkalender bei der Gestaltung der Speisekarte zu beachten, in Finnland mit einem langen Winter nicht so einfach, sondern setzt auch ganz auf lokale Produzenten beim Bezug seiner Lebensmittel und Produkte.

Einer der schönen Vorteile der Globalisierung, wenn solche Trends auch in Deutschland landen.

 

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