Strudel statt Nudel!

Kochprofi-Tipp: Strudel statt Nudel!

Selten genug kommt es dieser Tage vor, dass ich mal zuhause koche. Mir fehlt einfach die Zeit. Weil ich aber gerne Gäste habe, greife ich derzeit  auf Rezepturen zurück, die sich schnell zubereiten lassen, aber durch Überraschungseffekt begeistern. Eines dieser Gerichte mit Aha-Effekt ist  der Strudel. Hätten Sie nicht gedacht? Lassen Sie sich überzeugen!

Kochprofi-Tipp: Strudel statt Nudel!

Schnell, einfach und immer gut, da denken die meisten sofort an einen großen Teller Pasta. Der geht im Prinzip immer. Stimmt! Wenn man aber beim Essen noch dazu begeistern möchte, dann muss etwas her, das nicht von jeder Schulkantine serviert wird. Und da greife ich gerne zum Strudelteig. „Apfelstrudel gab’s bei uns immer zum Nachtisch“ werden Sie jetzt vielleicht sagen. Und hinzufügen, dass Sie auf Süßkram als Hauptmahl keine Lust haben. Kann ich gut nachvollziehen. Ich auch nicht – außer beim Einkehrschwung nach stundenlangem Skifahren unter blauem Himmel.

Kochprofi-Tipp: Strudel statt Nudel!

Aber: Strudel kann, weiß Gott, viele Gesichter haben. Denn eigentlich bedeutet das Wort nichts anderes, als dass etwas gedreht oder „umanand“ gewirbelt wird. Es gibt ihn daher in aller Herren Länder – die Österreicher mögen mir diese vermeintlich frevelhafte Aussage verzeihen. Aber sie ist wahr. Drei Varianten fallen mir auf Anhieb ein, sie stammen aus

  • Türkei und Griechenland: Sigara Böreği – in hauchdünnen Yufka-Teig gerollter Fetakäse
  • Asien: Frühlingsrolle – in dünnen Reismehlteig gerolltes Gemüse, Glasnudeln sowie Fleisch, Tofu oder Garnelen
  • Süddeutschland: Maultaschen: gerollter Strudel aus Nudelteig, gefüllt mit Spinat und Hack

Von den nicht-gerollten, aber in Teig verpackten Verwanden wie Ravioli, Pelmeni, Piroggen, Samosas und Jiao Zi bzw. Gyōza ganz zu schweigen. Zwar werden die Nudelteig-Varianten selbstredend in Wasser oder Dampf gegart, aber das Prinzip ist doch immer dasselbe: Es wird eine Füllung auf Teig gelegt und dieser anschließend zusammengerollt. Eben verwirbelt. Und damit ein Strudel produziert.

 

Bester Strudelteig, exotische Füllung

Welchen Strudelteig ich bevorzuge? Den Klassiker natürlich! Will heißen: für mich besteht „The One and Only“ Strudelteig allein aus Mehl (Type 405), Wasser und Öl oder flüssiger Butter. Keine andere Rezeptur lässt sich so gleichmäßig und hauchdünn ausziehen. Wichtig dabei: mit warmem statt kaltem Wasser arbeiten und den Teig vor dem Ausziehen 30 Minuten ruhen lassen – gerne in der Nähe einer Wärmequelle wie der Heizung. Oder im Gär-Programm meines AEG SteamPro Multi-Dampfgarers.

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Und ich wäre nicht mit Leib und Seele ein Foodie, wenn ich nicht mit der Strudel-Füllung immer wieder herumexperimentieren würde. Meine aktuellen Strudel-Favoriten:

Statt Gemüsestrudel: Strudel all’italiana, Orient-Express oder mit Blutwurst

  • Strudel all’italiana – fülle ich mit Bolognese-Soße, in die ich extra-viel geriebenen Parmesankäse mische. Der schmilzt dann beim Backen, un sogno!
  • Strudel Schlachtplatte – fülle ich mit Blut- und Leberwurst, die ich zuerst erwärme, dann aus dem Darm drücke und mit Sauerkraut und gekochten Kartoffeln mische.
  • Strudel 1001 Nacht – fülle ich mit geräuchertem Ziegenkäse und Datteln und würze das Ganze mit „Raz el Hanout“

Statt Apfelstrudel: Strudel mit Zwetschgen oder Schoko-Banane

  • Zwetschgen-Strudel – bereite ich wie Apfelstrudel zu: mit Rosinen, Mandeln, Nüssen und einer Spur Zimt
  • Schoko-Bananen-Strudel – fülle ich mit Bananenstücken und gehackter, dunkler Schokolade. Dazu gibt’s eine Kugel Vanilleeis… Na gut, vielleicht auch noch ein Stamperl Eierlikör.

> Für Ausprobierer hier mein Rezept für Gemüsestrudel mit Shiitake und Kartoffel

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