Hangi – Lamm aus Neuseelands Natur-Dampfgarer

Christian Mittermeier Kolumne: Hangi – Festmahl aus Neuseelands Natur-Dampfgarer

Gerade bin ich zurück von meinem Neuseeland-Trip und noch ganz benommen von den vielen Eindrücken, die diese unglaubliche Insel bei mir hinterlassen hat. Nicht zuletzt auf den Koch in mir, denn eigentlich hatte ich mich auf die Spuren des Neuseelandlamms begeben.

Von den 92.000 Tonnen Lammfleisch, die jährlich in Deutschland verzehrt werden, stammt über ein Drittel von der grünen Perle des Pazifiks. Und weil ich stets auf der Suche nach neuen Bezugsquellen für hochwertiges Fleisch bin, war ich von der Einladung, mir Zucht- und Schlachtbedingungen live vor Ort anzusehen – und ganz nebenbei das „Land der Hobbits“ zu entdecken – zugegebenermaßen recht angetan. Schon beim Anflug auf Neuseeland war ich überwältigt von dem satten Grün der Hügellandschaft, dessen Intensität beinahe die Augen blendete und signalisierte: Hier findest Du alles – Fruchtbarkeit, Gesundheit und Überfluss.

Zu Gast bei den Maori

Ich wurde nicht enttäuscht. Egal ob Obst, Gemüse oder Tier, gezüchtet oder aus der freien Wildbahn – was auch immer mir in Neuseeland angeboten wurde, war geschmacklich und qualitativ vom Feinsten. Einen besonders nachhaltigen Eindruck hinterließ bei mir die Teilnahme an einem sogenannten Hangi, einem Festmahl der Maori. Die Maori sind die ältesten Einwohner Neuseelands und haben ihre Wurzeln in Polynesien. Das Fest fand auf einer Farm statt, die größtenteils von Maori bewirtschaftet wird. Mit ihren über 1.000 Hektar ist die Farm so groß, dass man sie nur vom höchsten Berg aus komplett überblicken kann, und sie endet erst an den Ufern des pazifischen Ozeans. Noch beeindruckender aber waren die Menschen, die dort leben und arbeiten: offen, freundlich und warmherzig. Die Begrüßungszeremonie nach altem Brauch hat mich sehr berührt, das Hangi aber schlichtweg begeistert.

<h2< Die uralten Dampfgar-Weisheiten der Maori

Beim Festmahl Hangi durfte ich völlig unverhofft eine uralte Methode des Dampfgarens entdecken und live miterleben. Denn nichts anderes ist das Hangi, für das zunächst eine Grube in der Erde ausgehoben wird. Daneben wird ein Feuer entzündet, in dem Steine auf sehr hohe Temperaturen erhitzt und dann in die Gruppe gerollt werden. Auf diese Steine werden anschließend Eisenkörbe gesetzt, in denen sich große Fleischstücke und Gemüse befinden. Sie werden mit nassen Säcken abgedeckt, anschließend wird alles mit Erde zugeschüttet. Dann heißt es abwarten, denn der Garvorgang zieht sich über mehrere Stunden, in denen es aus dem Boden dampft und die Speisen unter der Erdoberfläche eine unglaubliche Zartheit und einen noch unglaublicheren Wohlgeschmack entfalten.

Mittermeier Neuseeland Hangi

<h2< Lust auf eine Hangi-Gargrube in Rothenburg

Ich war hingerissen vom Geschmackserlebnis beim Hangi und würde am liebsten selbst eine solche Gargrube daheim in Rothenburg anlegen. Weil dies jedoch mit Können und einem nicht unerheblichen Aufwand verbunden ist, bleibe ich aber doch besser bei meinen Leisten. Denn schließlich kann mit einem Multi-Dampfgarer genau dasselbe Ergebnis erzielt werden – zwar mit weniger Showeffekt, dafür aber schneller und mit demselben Wirkungsprinzip!
Quod erat demonstrandum beim Genuss einer Lammkeule – zarter geht’s nicht!

Hier geht’s zum Rezept: Lammkeule aus dem Dampfgarer

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