Gesehen auf der IFA: Food Pairing

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Ich bin noch immer im Messefieber! 14 Tage lang war ich auf IFA und Küchenmeile als Slow Food Botschafter und Showkoch unterwegs. Sehr anstrengend, aber auch sehr anregend! Mein Lieblingsthema heuer: Food Pairing. Denn hier wird Koch zum Entdecker!

„Taste Tomorrow“ – das diesjährige Motto des AEG IFA-Auftritts traf es so ziemlich genau: viele Messebesucher machten hier tatsächlich einen Schritt in die Zukunft. Und damit auch ins Unbekannte. Neueste Entwicklungen sowie Trends aus der Welt des Kochens wurden gezeigt. Und manch einer blieb noch etwas länger, um gemeinsam mit mir beim Food Pairing Workshop auf die Suche nach neuen Geschmackserlebnissen zu gehen.

Ursprünglich kommt das Food Pairing aus der Lebensmittelindustrie und ist im Grunde nichts anderes als der wissenschaftliche Ansatz, abseits von etablierten Geschmackskombinationen neue, harmonische und vielleicht sogar überraschende Verbindungen zu suchen. Dazu werden Lebensmittel analysiert, ihre Werte in riesigen Datenbanken gespeichert und dann mittels spezieller Algorithmen auf gleiche Hauptaromakomponenten untersucht. Liegen diese vor, ist eine erfolgreiche Kombination wahrscheinlich.

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Wer als Koch Food Pairing ernsthaft betreiben möchte, muss den Mut haben, Gelerntes über Bord zu werfen und vermeintlich nicht harmonisierende Lebensmittel miteinander zu kombinieren. Und zwar so, dass etwas völlig Neues für den Gaumen dabei herauskommt – im Idealfall neu und wohlschmeckend.

Beispiele für gelernte und erfolgreiche Kombinationen gibt es viele. Zum Beispiel Tomate-Basilikum, Auster-Limette, Melone-Parmaschinken. Oder neuer: Fisch-Vanille oder Schokolade-Chili. Ein guter Koch hat aber auch immer ein eigenes Repertoire an außergewöhnlichen Mixkreationen. Genau das unterscheidet ihn ja unter anderem von einem Hobbykoch: die Kreativität. Aber: die kann man durchaus auch bis zu einem gewissen Grad erlernen. Und genau das haben wir beim Food Pairing Workshop auf der IFA gezeigt.

Food Pairing in der privaten Küche?

Na klar! Versuchen Sie es einfach! Manchmal hilft eine gute Idee oder auch der Zufall dabei, Erfahrungswerte und Erlerntes zu neuen Geschmacksrichtungen zu vereinen. Wir haben den Messebesuchern sicherlich so manche Überraschung beschert mit Pairings aus Lachs und Schokolade, Hühnchen und Rose oder Erdnüsse und Salbei. Pairings übrigens, die ich selbst vorher nicht für möglich gehalten hätte!

Zugegeben, diese Kombinationen klingen verrückt. Doch spätestens bei der Verkostung zeigte sich, ebenso überraschend wie beeindruckend: mit Food Pairing kann jeder Koch die Tür zum großen Kosmos geschmacklicher Sinnesfreuden weiter öffnen – oder sogar die Schwelle übertreten und eintauchen in unendliche Genussgalaxien! Galaxien, weil das Feld der Geschmacksrichtungen viel größer ist, als ich selbst als erfahrener Koch gedacht hätte.

Wem partout keine Kombinationsmöglichkeiten einfallen, kann durchaus auch eine der Food Pairing Datenbanken nutzen, die im Internet angeboten werden. Teilweise sogar kostenlos! Hier geht man von einer Zutat aus und sucht sich dann ganz einfach passende Pairings dazu. Und es gibt sogar Literatur zum Thema!

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Natürlich gehört auch Tradition zu einer guten und reifen Küche. Aber: wer sich selbst, seine Fähigkeiten in der Küche und sein Verständnis für guten Geschmack weiterentwickeln möchte, der ist mit Food Pairing gut beraten!

Überraschungen sind dabei sozusagen programmiert, und ich habe mich köstlich darüber amüsiert, wie anfängliche Skepsis bei Kombinationen wie „Pfifferling-Aprikose“ zunächst Erstaunen und schließlich sogar kulinarischer Glückseligkeit gewichen ist.

Tipp: Wagen Sie den Schritt in neue Geschmacksdimensionen doch gemeinsam mit guten Freunden oder anderen Kochbegeisterten. Ich verspreche ein kurzweiliges Kochevent mit überraschendem Ausgang!

Hier geht’s zum Probierrezept: Lauwarmer Rauchlachs mit Schoko-Ingwer-Dip

Noch mehr Infos zum Thema Food Pairing finden Sie unter folgenden Links:

Website in Englischer Sprache mit kostenloser Matching-Software

Literaturtipp: Flavour Pairing: Das Spiel der Aromen;  Atlas für Geschmack, Aroma und Haptik

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