„Es wird gebloggt, was auf den Tisch kommt“

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Dass Björn Valentin ein Meister der Küche ist, wissen längst nicht nur seine Freunde. Wer seinen Blog Herzfutter besucht, erlebt, wie der 24-Jährige in seiner kleinen Berliner Küche Köstliches vom Studentengericht bis zur mehrstöckigen Torte kreiert. Der Besucher kommt in den Genuss leidenschaftlicher und komischer Erzählungen: Nicht alles klappt auf Anhieb perfekt. Mit Experimentierfreude und einer Prise Ehrgeiz aber macht Björn aus Ideen kulinarische Erfolge. Im Interview beschreibt Björn, wie er die Grenzen der Alltagsküche durchbricht und wann er beim Kochen zuletzt Lampenfieber hatte.

– Das Interview –

Björn, wie bist du Foodblogger geworden?

Ursprünglich habe ich meinen Blog „Herzfutter“ 2011 gegründet, um meine Rezepte mit Freunden zu teilen. Zu Geburtstagspartys brachte ich immer gern etwas mit, oft Rezepte aus einem Kochbuch, aber in abgewandelter Form. Das Kochen und Backen wurde mir in die Wiege gelegt: Meine Mutter ist Ernährungswissenschaftlerin, auch mit meiner Oma habe ich regelmäßig gebacken. Schon als Junge schaute ich im Fernsehen gern Koch-Shows – darüber hat sich mancher gewundert, der zu uns nach Hause kam.

Warst du vom Erfolg deines Blogs überrascht?

Ich hätte nie damit gerechnet, dass das wirklich jemanden außer meinen Freunden interessieren könnte, und hatte mich vorher auch nicht in der Foodblogger-Szene umgeschaut. Bis heute ist es so, dass ich nicht nur für den Blog koche: Wenn ich etwas zubereite und das gut gelingt oder eine interessante Geschichte dahintersteckt, poste ich das. Es wird gebloggt, was auf den Tisch kommt.

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Als Blogger bist du quasi „nebenbei“ erfolgreich – eigentlich bist du Student.

Ja, das Kochen ist bis heute vor allem ein Hobby. Und in meinem Alltag komme auch ich nicht immer dazu, mir etwas Besonderes zuzubereiten. Als Blogger wurde ich inzwischen aber schon zu einigen spannenden Events eingeladen: zum Beispiel zum AEG-Kochduell. Das war fast wie bei einer Koch-Show im Fernsehen. Unter Zeitdruck und mit bestimmten Vorgaben zu kochen, zu wissen, dass mir viele Leute dabei zuschauen, machte das Ganze zu einer großen Herausforderung. Ich war total aufgeregt!

Welchen Erfolg in der Küche hast du zuletzt gefeiert?

Da denke ich spontan an mein Dinkel-Risotto, an das ich mich ohne Rezept gewagt habe. Der erste Versuch ist gründlich schiefgegangen – auch darüber habe ich berichtet. Denn ich bin der Meinung, dass Misserfolge einfach dazugehören. Trotzdem wollte ich das nicht auf mir sitzen lassen. Beim zweiten Versuch ist das Risotto ziemlich gut geworden.

Auch dein Blog wird immer erfolgreicher. Hast du ein Ziel, das du erreichen möchtest?

Ich möchte irgendwann ein Back- oder Kochbuch herauszubringen. Richtig als Printedition, und am liebsten würde ich es sogar selbst gestalten. Während ich 2011 die ersten Fotos für meinen Blog einfach mit meiner Digitalkamera knipste und kaum auf den Hintergrund achtete, sind mir gute Bilder heute wichtig. Dafür nutze ich meine Spiegelreflex und sorge für die richtige Belichtung, zur Not mit einem Blatt Papier. Die Herausforderung: In meiner Studentenwohnung habe ich nicht viel Platz.

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Welche Geräte dürfen in deiner Küche dennoch nicht fehlen?

Auch meine Küchenausstattung ist noch minimalistisch: Von meiner Oma habe ich einen Handmixer bekommen. Eine richtige Küchenmaschine ist im Moment auch finanziell noch nicht drin. Häufig scheint das Kochen eine Frage von viel Platz und tollem Zubehör zu sein. Um zu zeigen, dass es auch mit einfacheren Mitteln gut funktioniert, habe ich meine kleine Küche Anfang des Jahres auf meinem Blog vorgestellt.

Wo und wie kaufst du am liebsten ein?

Natürlich schlendere ich gern über Märkte, aber dort einzukaufen, ist finanziell nicht immer möglich. Gerade zum Monatsende müssen es manchmal einfach die günstigeren Produkte sein. Und auch sonst gehe ich oft in den Supermarkt. Dort bemühe ich mich, regional und saisonal einzukaufen.

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