Cookionista: Wie aus einem Foodblog eine Kochschule wurde

Bilder: Knut Pflaumer

Wer den Foodblog Cookionista anklickt, merkt sofort: Hier regiert die Liebe zum Detail. Die Bilder sind aufwändig fotografiert, das Essen auf dem Teller kunstvoll angerichtet. Außerdem gibt es viele lesenswerte Informationen rund um das Thema Genuss. Vor kurzem haben die Gestalter das Online-Magazin in die analoge Welt geholt und eine gleichnamige Kochschule in Nürnberg eröffnet. Wir haben mit Betreiberin und leidenschaftlichen Köchin Karin Wittenstein über das Projekt gesprochen.

– Das Interview –

Wie ist die Idee zu Cookionista entstanden?

Angefangen hat es 2013 mit einem Foodblog. Einem Herzensprojekt des Fotografen Knut Pflaumer, der Journalistin Magdalena Ulrich, des Gastro- und IT-Experten Jonathan Ulrich und mir. Wir wollten einfach eine Plattform gründen, auf der sich alles um unser Lieblingsthema Kochen dreht. Schon kurze Zeit später sind wir bei den Lead Awards ausgezeichnet worden. Dann hat Apple Cookionista im Rahmen einer iPad-Kampagne gezeigt. Wir haben uns sehr gefreut, dass wir so schnell bekannt wurden. 2015 haben wir dann begleitend zum Blog eine App entwickelt. Darin gibt es unsere Blog-Beiträge, Rezepte, Location-Tipps und einen Online-Shop. Weil wir unser Wissen nicht nur in der digitalen Welt weitergeben wollten, ist 2015 auch die Idee zur gleichnamigen Kochschule in der Wiesentalstraße in Nürnberg entstanden.

Die Kochschule ist also die analoge Version des Foodblogs Cookionista. Was zeichnet das Konzept aus?

Das Konzept der Kochschule spiegelt den Stil unseres Online-Magazins wider. Die Einrichtung ist urban und modern. Um unseren Kursteilnehmern den perfekten Genuss zu bieten, kochen wir mit den neuesten Geräten von AEG. Wir bereiten also die bestmögliche Version unserer Rezepte zu. Das Herzstück der Kochschule sind die vier Kochinseln. Wir haben sie jeweils mit einem iPad ausgestattet, auf dem die Kursteilnehmer unsere App finden. Rezepte gibt es bei uns also nicht auf Papier, sondern nur in digitaler Form. Es kochen immer vier bis sechs Leute zusammen. Der Kochlehrer geht währenddessen von Insel zu Insel und gibt Tipps. Dieses Konzept kommt sehr gut an. Denn es entstehen schnell Gespräche, was sich positiv auf die Atmosphäre auswirkt.

 

Stammen die Rezepte aus der App alle von Ihnen?

Ja, ich habe vor gut 20 Jahren mein erstes Rezept entwickelt. Mittlerweile kann ich auf einen Fundus von über 4.000 Eigenkreationen zurückgreifen und entwickle ständig neue Rezepte. Wenn ich auswärts esse – etwa im Urlaub oder einem Restaurant – notiere ich häufig, was mir geschmeckt hat oder wie ich eine bestimmte Zutat beim Kochen verwenden könnte. Außerdem habe ich eine Bibliothek mit rund 1.500 Kochbüchern. Darunter befinden sich auch historische Werke. Einige der Rezepte daraus übersetze ich in die heutige Zeit.

Welche Rolle spielen Foodtrends bei ihrer Arbeit?

Ich habe einige meiner Kurse basierend auf Foodtrends entwickelt. So bieten wir zum Beispiel einen Street Food-Kochkurs an. Inspiriert dazu hat mich ein Besuch in der Markthalle 9 in Berlin. Und auch hier in Nürnberg sind Street Food-Trucks mit einem raffinierten Angebot sehr aktiv. Ebenso haben wir Klassiker im Angebot wie etwa „Cucina de la Mamma“ oder „Thai-Food vom Feinsten“. Auch diese Kurse sind immer sehr gut besucht.

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Und bei den Zubereitungsmöglichkeiten. Wie sieht es in diesem Bereich mit Trends aus?

Das Kochen mit dem Dampfgarer begeistert jeden Kursteilnehmer. Viele haben mit dieser Technik noch keinerlei Erfahrungen gemacht und schwärmen hinterher von den Ergebnissen. Beeindruckend ist vor allem die Zubereitung von Fleisch oder Fisch mit Sous Vide. Mir haben schon sehr viele Teilnehmer gesagt, sie hätten nicht damit gerechnet, dass der Unterschied zu konventionellen Zubereitungsmethoden so groß ist. Ebenso beeindruckend ist die Schnelligkeit der Induktionskochfelder. Diese Technologie ist zwar bekannt, aber es gibt immer noch ein paar Kursteilnehmer, die noch nie damit gekocht haben.

Sie selbst sind aber keine gelernte Köchin, oder?

Nein, ursprünglich habe ich Sozialwissenschaften studiert. Meine große Leidenschaft war aber immer schon das Kochen. Mittlerweile arbeite ich seit über 20 Jahren in der Branche. Angefangen hat es mit einem kleinen Feinkostladen, später habe ich zwei Restaurants und einen Catering-Service geführt. Vieles habe ich mir selbst angeeignet oder mich in speziellen Kursen weitergebildet. Mir bereitet meine Arbeit viel Freude. Ich gebe gerne mein Wissen weiter und habe großen Spaß daran, immer wieder neue Rezepte zu entwickeln. Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht.

 

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